Freiräume 2024 - Unternehmens- und Bildungspioniere

Was macht deine Organisation zu einem Pionier?

Team23 ist die erste Steuerberatungskanzlei in Österreich, die transparente Gehälter eingeführt hat. Dieser Schritt wurde von unserem Gründer initiiert, aber von dem gesamten Team getragen.

Was uns sonst anders macht, wissen wir nicht so genau, weil viele von uns davor nie in einer StB Kanzlei gearbeitet haben und dementsprechend keinen Vergleich ziehen können. Aber, die, die auch andere Kanzleien kennen, sagen, dass sie sich bei uns auf eine ganz andere Art und Weise gesehen, gehört und ernst genommen fühlen. Unsere Zusammenarbeit gestalten wir auf Augenhöhe, und das bedeutet nicht nur, dass wir keine klassischen Hierarchien bei uns haben, sondern, dass wir für alles, was in unserer Organisation passiert, gemeinsam die Verantwortung tragen. Sprich: wir lassen niemand aus dieser Pflicht – nicht uns selbst als Arbeitgeber, nicht unsere Teammitglieder.

Wir haben immer sehr viele Quereinsteiger gehabt, und das seit der Gründung vor 13 Jahren. Das bedeutet, unsere Organisation hat sich nur durch Learning by Doing und durch gegenseitige Unterstützung überhaupt entwickeln können. Deswegen sind Hilfsbereitschaft und Teamdenken bei uns kein nice to have, und keine „besondere Leistung“, sondern eine Grunderwartung, die wir an uns alle stellen.

Wir haben überdurchschnittlich viele: Quereinsteiger, Personen ohne UNI Abschluss, Personen mit Migrationshintergrund, sehr junge Menschen. Für die Branche recht unüblich. Gleichzeitig erbringen wir gleiche Leistungen in mindestens gleicher Qualität wie alle anderen Kanzleien. Und gleichzeitig sind unsere Leute unglaublich Loyal – ja, die GenZers auch. :) Das ist alles möglich, weil wir den Menschen im Mitarbeiter sehen, weil wir sehr viel in die Entwicklung unserer Teammitglieder investieren und vor allem – weil wir ihnen mehr zutrauen, als sie es selbst tun.

Sprich, New Work ist bei uns kein Homeoffice und höhenverstellbarer Tisch, sondern strukturelles und psychologisches Empowerment. Vertrauen, Offenheit und wohlwollender Umgang miteinander sind bei uns, also, eher basics die man mitbringen muss.

Unsere stark strukturierte und gesetzlich vorgegebene Arbeit verstehen wir nicht als einen Nachteil, sondern als einen Rahmen, der uns im Bereich der Organisationsgestaltung und Zusammenarbeit viele Freiheiten bietet. Sie gibt uns den Freiraum, um mutige Schritte auf der Beziehungs- und Führungseben zu machen.

Wie erlebst du »Freiraum schaffen durch Weglassen« in deiner Organisation?

Aldina: Ich bin in meiner Rolle (HR) eher zufällig gelandet, und das auch ohne einer einschlägigen Ausbildung oder gar Erfahrung in diesem Bereich. Obwohl es ein Sturz ins kalte Wasser war, habe ich eine Freiheit gespürt, die ich vorher nicht kannte: sich ohne jeglichem Priming, mit einem Problem auseinander zu setzen, sich diesem ohne eingefahrene Pfade zu widmen, gibt einem die Möglichkeit das Problem und die Chancen die es birgt, mit frischen Augen zu sehen. Außerdem, gibt man sich selbst die Freiheit, Fehler zu machen, auszuprobieren und „ich weiß es wirklich nicht“ zu sagen, ohne sich inkompetent zu fühlen :)

Warum sollte eine Teilnehmerin ausgerechnet zu deiner Pionierstation kommen?

Das Frage ich mich auch, und ich habe bisher keine Antwort auf die Frage gefunden. Hoffentlich finden wir sie dann gemeinsam?

Welche Fragen bringst du selbst zur Pionierstation mit?

Wie viel Freiraum räumen wir unseren Führungskräften ein? Unserem Arbeitgeber?

Wie viel Freiraum haben wir als Arbeitgeber, um uns weiterzuentwickeln, uns zu verändern und Fehler zu machen?

Aldina Salihodzic

Ajla Hidic